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Obstbau

Feuerbrand

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Obstbau und Feuerbrand

 

Erreger und Verbreitung

Diese heimtückische Pflanzenkrankheit, ausgelöst durch das Bakterium Erwinia amylovora, wurde vor etwa 200 Jahren zum ersten Mal in Amerika festgestellt und später mit hoher Wahrscheinlichkeit über Neuseeland nach England eingeschleppt.
Von hier aus erreichte die Krankheit 1957 Europa von wo aus sie sich seuchenartig über den ganzen Kontinent ausbreitete. 1993 wurde Feuerbrand erstmals in Österreich (Vorarlberg) nachgewiesen. Bis heute (Dez. 2007) hat sich das Vorkommen dieser Krankheit auf ganz Mitteleuropa ausgeweitet.

Alle gängigen Verordnungen zu Pflanzengesundheit und Schädlingsbekämpfung gehen davon aus, daß vor allem Kerne bildende Rosaceen wie etwa Apfel, Birne oder Quitte befallen werden, was aber leider den biologischen Grundlagen nicht entspricht ! Die Bakterien können die Verordnung leider nicht lesen und halten sich nicht an das Wunschdenken mancher Politiker.
Neben den genannten Rosaceen lebt das Bakterium nämlich auch auf anderen Bäumen, Sträuchen und Kräutern. 

Erwinia amylovora (Familie der Enterobacteriacaee) kann sich auf allen Zuckern ernähren.
Folglich bieten nektarbildende Blütenpflanzen und aller von Blattläusen und Blattsaugern produzierter Honigtau für das Bakterium Nahrung. Wenn Honigtau vorhanden ist, kann es jede Gattung befallen und aus dem Honigtau organische Säuren produzieren, die dann phytotoxisch wirken.

Das häufigste Eindringen des Bakteriums in die Pflanze erfolgt über die Blüten, doch hängt dies weitgehend mit den Infektionsbedingungen (Temperatur und Feuchtigkeit) zu deren Blütezeitpunkt ab. Die optimale Wachstumstemperatur des Bakteriums liegt bei 16 bis 28°C. Der gesamte Entwicklungstemperaturbereich liegt allerdings bei ca +3 bis 34°C.

Schwülwarme Witterungsbedingungen während der Blütezeit fördern die Krankheitsausbreitung über die Blüte. Im Zuge des Klimawandels werden solche Konditionen mit größerer Häufigkeit prognostiziert !

Zusätzlich ist der Düngezustand der Pflanze für das Auftreten der Krankheit von großer Bedeutung. Befallstärke und Befallhäufigkeit können von sehr verschiedenen Faktoren (zB örtliche Verhältnisse, klimatische Bedingungen, Pflanzenart und deren Gesundheitszustand, Düngung, Pflege usw) beeinflusst werden.

Das Bakterium hat ein sehr hohes Infektionspotential und es gibt eine Vielzahl von  Möglichkeiten der Verbreitung. Im Nahbereich kann der, sich bei hoher Luftfeuchte (? 70%) bildende Bakterienschleim, durch Wind, Regen und Insekten (Fliegen, Bienen, Wespen, Hummeln), Kleinsäugetiere oder Vögel auf andere Bäume übertragen werden. Bei der Verbreitung über große Distanzen können zB bestimmte Wetterereignisse, Zugvögel oder der Transport kontaminierter Produkte (Pflanzenmaterial, Werkzeuge, Verpackung usw) dafür verantwortlich sein.

Befall, Schadensbild und Nachweis

Den treffenden Namen "Feuerbrand" erhielt die Krankheit deswegen, weil Blätter und Blüten befallener Pflanzen welken, sich dabei braun oder schwarz verfärben, infolge des Wasserverlustes verkrümmen und dadurch wie verbrannt aussehen.

Sehr schwer ist das Erkennen sekundärer Absterbeerscheinungen durch Canker.
Wird eine Probe zur Untersuchung weggeschickt, muß man die Übergangszone zwischen lebendem und totem Gewebe gefunden haben, um einen positiven Nachweis führen zu können. Dabei sollten die Proben möglichst bei hoher Luftfeuchte gesammelt werden. Selbst mit der empfindlichen Polymerase-Kettenreaktion (Polymerase Chain Reaction, PCR) ist der Nachweis nicht immer gleich zu erreichen. Bäume mit Cankern zeigen meistens eine verfrühte Rotfärbung auf saurem und Gelbfärbung auf basischem Boden (Sommer-Herbst) und sterben langsam ab.

Heutige Gegenmaßnahmen

Trotz sehr großer Bedenken (Resistenzen, Nahrungsmittelrückstände) steht als Favorit zur Vorbeugung momentan das Antibiotikum Streptomycin hoch im Kurs, das die Krankheit nachweislich zwischen 10% und 95% zu reduzieren vermag. In der Schweiz und EU-weit ist dieses Mittel zwar verboten, ungeachtet dessen haben sich Deutschland und Österreich Sondergenehmigungen unter kontrolliertem Einsatz erteilt. Die Schweizer Obstbranche setzt zur Zeit alle Hebel in Bewegung, daß die Bundesbehörden auch hier diesen Einsatz bewilligen. In einigen anderen Ländern wird Streptomycin illegal eingesetzt.

Bei Streptomycin darf es sich aber höchstens um eine zeitlich kurz befristete Zulassung handeln, so quasi als Erstschlag gegen die Baumkrankheit. Die Risiken um die Resistenzbildung und die Rückstände in unseren Nahrungsmitteln (zB Tafelobst oder im Bienenhonig) sind einfach zu groß und stellen eine große Gefahr der Antibiotika-Resistenz auch beim Menschen dar.

Bedenklich ist vor allem der "horizontale Gentransfer", d.h., daß Bakterien verschiedener Arten in der Lage sind, ihre Resistenzgene auf andere Bakterien zu übertragen. Gemäß Aussage von Michael Teuber (Lebensmittel-Mikrobiologie der ETH-Zürich) sind in den USA heute praktisch alle Feuerbrandbakterienstämme gegen Streptomycin resistent. Weitere Resistenzen von  Feuerbrand-Bakterien sind auch aus Neuseeland und den Niederlanden bekannt.
Streptomycin ist auch ein Mittel in der Humanmedizin, das aber wegen weitgehend bestehenden Resistenzen nur marginal eingesetzt werden kann.

Gute Ergebnisse wurden auch mit Antagonisten (das sind Bakterien und Viren, die andere Bakterien vernichten) erzielt. Sie zeigen aber Berostungen an den Früchten und sind deshalb nur für Mostobst einsetzbar. Zudem sind viele dieser Antagonisten wie auch der Feuerbrand selbst Autoimmunkrankheitsauslöser bei Mensch und Tier (zB Parkinson, Creutzfeld-Jakob, BSE um nur einige der gefürchtetsten zu nennen).

Meldepflicht bei Befall: Feuerbrandgeschädigte Bäume müssen sofort dem jeweiligen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Üblicherweise wird eine sofortige Rodung -  auch in einem Umkreis von 500 m bis 5 km in Abhängigkeit von landespolitischen Verordnungen, die sich auf den Bienenflugradius berufen -  durchgeführt  und die Verbrennung aller feuerbrandgefährdeten Kulturen an Ort und Stelle veranlasst, um eine weitere mögliche Ausbreitung zu unterbinden.

Alternative Verhütungsstrategie mit Löschkalk

So schnell und so leicht werden wir das Feuerbrandbakterium nicht ausrotten können. Wir werden lernen müssen mit ihm zu leben. Eine längerfristig nachhaltige Bekämpfung werden wir nur führen können, wenn wir das Bakterium auf allen potenziellen Cankerträgern erfassen und nicht nur in den Niederstamm-Intensivanlagen.

An mehreren in der Schweiz und in Deutschland durchgeführten Feuerbrand-Exkursionen konnten sich die zahlreich erschienenen  Interessenten davon überzeugen, daß mit dem von Dr. Friedhelm Berger entwickelten Verfahren bei Verwendung des seit Jahrtausenden  bekannten Löschkalks - wenn er richtig angewendet wird - die Feuerbrandkrankheit völlig eingedämmt und unter Kontrolle gehalten werden kann.

Löschkalk wirkt über den hohen pH-Wert von 12.4, hinterläßt keine toxischen Rückstände und bekämpft gleichzeitig die meisten Pilz-, Bakterien- und Virenkrankheiten, soweit sich diese an der Oberfläche befinden. Er ist zugleich ein Boden und Blatt-Düngemittel. Tierische Schädlinge werden über deren Atmungsorgane (Tracheen) abgetötet. Der einzig negative Aspekt ist, daß auch tierische Nützlinge mitbetroffen sind. Den gleichen Effekt bewirken aber auch die üblicherweise angewendeten Schwefelkalke, Kupferpräparate und Pyretroide.

Löschkalk wirkt, solange er als Löschkalk vorliegt und pH 12,4 hat. Erfahrungsgemäß dauert die Umwandlung in Karbonatkalk 2-3 Stunden. Die Rückcarbonatisierung durch die chemische Verbindung mit CO2 aus der Luft führt rasch zu einer Reduktion des pH-Wertes. Eine Kontrolle dieses Wertes vor der Anwendung ist daher unabdingbar.

Löschkalk ist darüber hinaus das mit Abstand günstigste Mittel gegen Feuerbrand. Ohne Zusatzstoffe kann man es in jedem Baumarkt zu etwa Euro 10,-- je 25 kg kaufen. In Österreich ist Löschkalk bereits mit Wasser als Schlämme im Handel, in Deutschland und in der Schweiz wird er trocken, feinst gemahlen angeboten.

Die Anwendung im Nebel-Sprühverfahren benötigt 3-5 kg/ha mit 1.000 lit Wasser, im Verblaseverfahren (trocken) etwa 20-30 kg/ha.

In Zusammenarbeit mit Dr. Friedhelm Berger und einem schweizerischen Unternehmen hat Plantfog 2004 ein Verfahren mitentwickelt, das es erlaubt, Löschkalkschlämme wirtschaftlich und auch über größere Distanzen als Nebel "an den Baum" zu bringen. Diese Benebelung und auch das Trockenausblasverfahren werden heute bereits von einigen privaten Obstbauern in der Schweiz und in Deutschland mit hundertprozentigem Erfolg angewendet.

Allerdings….

…wird das Löschkalkverfahren von vielen staatlichen Behörden, Universitäten oder Obstbaugenossenschaften entweder totgeschwiegen, oder sogar boykottiert, weil es angeblich auf Grund von Versuchsergebnissen als zu wenig wirksam deklassiert wurde, obwohl inzwischen 8 Jahre andauernde Anwendungen in praxisorientierten Betrieben einen 100%-igen Erfolg ohne Blütenausfälle, ohne Berostungen und ohne jegliche Risiken einer Antibiotikaresistenz für den Menschen zeigten.

Von Behördenseite wird Löschkalk die Pflanzenschutzbewilligung verweigert, obwohl EU-weit und in der Schweiz eingesetzte Düngemittel von jedem eingesetzt werden können und keiner Pestizid-Zulassung bedürfen.

Dabei wirkt Löschkalk (pH-Wert 12,4) bei richtigem Einsatz gegen fast alle Schädlinge.

Von dem Verfahren überzeugte namhafte Fachleute einschlägiger Universitäten werden angehalten ihre Ansichten nicht öffentlich zu deklarieren, da allfällige Forschungsgelder aus wie immer gearteten Gründen nur in Richtung Pestizidforschung fließen sollen….

Man könnte sogar die ketzerische Vermutung äußern, daß es gewinnträchtiger ist, teure Chemikalien zu verkaufen, auch wenn deren Einsatz als höchst problematisch eingestuft wurde, als den Obstbauern in den nächsten Baumarkt zu schicken, wo er seine Feuerbrand-Verhütungsmittel für einen "Pappenstiel" selbst erwerben könnte.

Alternative Vorträge im Pflanzenbau wurden von offiziellen Stellen zwar geduldet, doch wenn überhaupt nur mit einem geringen Fahrtkostenzuschuss honoriert, wodurch der Verdacht aufkommt, daß dies nur Alibieinladungen gewesen sind.

Fazit:

Eine wirkungsvolle alternative Feuerbrand-Prophylaxe und -Bekämpfung ohne Antibiotika und Pestizide ist möglich !

Gerade deshalb müßte es nun doch, nach bewiesenen Erfolgen, an der Zeit sein, dies den Obstbauern bekanntzugeben und öffentlich zu fördern. Mit einseitig ausgerichteten Maßnahmen werden wir in Europa weder den Feuerbrand eindämmen, noch altes Kulturgut, eine bereichernde Sortenvielfalt und eine intakte Landschaft erhalten können !

Daraus würde ein mehrfacher Effekt resultieren:

  • Wo kein Befall ist, werden Bäume nicht mehr zu Trägern von Cankern.
    Somit werden die Brutstätten des Bakteriums sukzessive eingedämmt.
  • Bäume müssen nicht mehr gerodet werden.
    Die ökologisch wertvollen Hochstämme müssten nicht alle aus der Landschaft verschwinden.
    Mit der jetzigen Strategie ist es nur eine Frage der Zeit, bis alle Hochstammbäume der Motorsäge zum Opfer fallen.
  • Der derzeit diskutierte und sehr fragwürdige Objektschutz
    (baumfreie Schutzzone von 500-1000 m zwischen Hoch- und Niederstammkulturen)
    würde sich erübrigen. Nützen wird er ohnehin wenig, da Bakterien mit Wind und
    Insekten weit über diese Distanzen getragen werden.
  • Längerfristig starke Eindämmung der Feuerbrandbakterienstämme
  • Würden nicht Exportchancen für Tafelobst steigen, wenn den Konsumenten
    garantiert werden könnte, daß sie Obst ohne Streptomycin-Behandlung erhielten?
  • Keine Gefahr mehr für eine allfällige Antibiotika-Resistenz beim Menschen.

 

weitere Informationen zu Obstbau und Feuerbrand
sind unter "
wurzelechte Kulturen" zu finden

Quellenverzeichnis:

 

Haben Sie Interesse an einer alternativen Methode zur Feuerbrandbekämpfung?

Wir können auch Einzel- bzw Gruppenberatung oder langfristige Beratereinsätze in Theorie und Praxis (mit Leihmaschinen) anbieten.

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