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Gärtnerische Anwendungen - Baumschulen 


lesen Sie hier mehr aus dem Standardwerk für Baumschulen

Die klassische Anwendung von künstlichem Nebel in
Baumschulen ist natürlich die Vermehrung von Pflanzen.

Gehölze zu bewurzeln ist - wie jeder Fachmann weiß -wesentlich schwieriger als bei weichstieligen Pflanzen und stellt eine Gratwanderung zwischen verfaulen bei zu viel gießen und vertrocknen der Stämmchen bei zu geringen Wassergaben dar.
Wesentliche Ausfallquoten sind hier bei der normalen Vermehrung mittels Sprinkleranlagen oder gar von Hand schon in den Verkaufspreisen einkalkuliert.

Gewisse Gehölze ließen sich ohne Nebelanlagen mit der hierbei möglichen Feinstdosierung der Feuchtigkeitsgaben je nach Pflanzen-Wachstumsfortschritt, fast gar nicht oder nur mit geradezu gigantischen Verlusten bewurzeln; als Beispiele seien nur Zypressen, Oliven, Fichten und Eichen genannt.
Nicht unerwähnt soll natürlich der Einsatz von Nebel auch zur Winterlagerung von Gehölzen bleiben. Die meisten unserer Baumschulkunden besitzen entweder zwei Anlagen, sowohl für die Vermehrung als auch für die Überwinterung im Kühlhaus, oder aber die Anlagen wurden so ausgelegt, daß Teile der Düsenstränge, die mit Schnellkupplungen versehen wurden, leicht und problemlos im Spätherbst ins Kühlhaus verlagert werden können und mit dem mobil ausgeführten Hochdruckaggregat dort ihre Arbeit verrichten.

Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, daß die Befeuchtung mit Nebel auch bei ausgewachsenen Bäumen noch recht vorteilhaft ist, nicht so sehr für das Gießen, da der Wasserverbrauch von Bäumen die Kapazität einer Nebelanlage bei weitem überschreitet, jedoch zur Klimaverbesserung wie viele Anwendungen zB in botanischen Gärten, Wintergärten, Verkaufsgewächshäusern, aber auch in der Anwendung bei dickstämmigen Hydrokulturpflanzen beweist, obwohl man gerade bei letzteren eigentlich nicht glauben würde, daß hier der Einsatz von Nebel Vorteile erbrächte.

Vermehrung von Fichten und Eichen unter Nebel

Aufgrund einer Idee eines Gartenmeisters des ehemaligen ungarischen Holzkombinates in Szombathely wurde bereits 1986 die „Plantfog-Uranlage“ zur Vermehrung von Fichten und Eichen in Ungarn (Sarvar) gebaut.
Durch Publikationen über deren gute Erfolge drang die Kunde zur Mayr-Melnhof´schen Gutsverwaltung in Frohnleiten (Steiermark). Auch hier hatte man versucht Fichten vegetativ zu bewurzeln (siehe Anmerkung 1), wobei im Erstversuch aus 112.000 Stecklingen 2 (in Worten zwei) überlebten!

Nach der Installation der ersten Anlage in Österreich wurde auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung von Mayr-Melnhof die Düsenverteilung und Regelung der Nebelanlage zur Bewurzelung von Fichten in den Folgejahren vervollkommnet.

Selbstverständlich waren zur Erzielung quantitativer und qualitativer Verbesserungen viele andere Faktoren außer der Nebelanlage erforderlich (zB der richtige Schnitt der Spitzen- und Seitentriebe, die Zeit des Schnitts, die Art der Zwischenkühlung, die Wurzelhormonbehandlung, das Substrat und schlußendlich das Zusammenspiel der beiden erforderlichen Bewässerungsarten und deren Steuerung. (siehe Anmerkung 2)

Bereits nach etwa drei Jahren, in denen das Verfahren ständig weiterentwickelt und verbessert wurde stiegen die Erfolgsquoten, je nach Stecklingsqualität, auf 85-90% !
Plantfog-Nebelanlagen für die Fichten- und Eichenvermehrung werden heute in den meisten Forstämtern in Mitteleuropa und in Rumänien mit Erfolg angewendet (zB Niedersächsische Versuchsanstalt in Escherode (3 Anlagen), Forstliche Versuchsanstalt in Wien, Staatliche Forstliche Versuchsanstalt in Tirgoviste, Rumänien, usw)

Stecklingsvermehrung von Zypressen

1988 erhielten wir den Auftrag einer Untersuchung, ob es möglich wäre Zypressen in großem Stil unter Nebel zu bewurzeln.
Die Anfrage kam aus Nikosia, Zypern.
Die Problematik lag hauptsächlich darin, daß die bisherige Vermehrung aus Gründen der hohen Sommertemperaturen nur über den Winter möglich war und daß dadurch bedingt die Erfolgsquoten bei zu großem Arbeitsaufwand viel zu gering (ca. 50%) ausfielen.

Die Nachfrage für Zypressen speziell zur Aufforstung der Insel ist aber sehr groß, da fast "regelmäßige" Waldbrände während der extrem heißen Trockenperioden Altbestände vernichten. Bis dato konnten nur etwa 14.000 Stecklinge pro Jahr produziert werden, der größte Teil mußte aus Holland zugekauft werden.
Basierend auf unseren Erfahrungen aus der Fichtenvermehrung lieferten wir eine ähnlich ausgelegte Anlage, die wir zusätzlich mit einer Gewächshauskühlung ausstatteten. Weil dem dortigen Gartenleiter Hrn. Glafkos Kyriacou von seiner Studienzeit in Escherode her die Arbeitsweise von Nebelanlagen schon etwas bekannt war, kamen wir sehr schnell auf gute Resultate.
Durch die Unterstützung der Kühlung konnte die Vermehrung nun ganzjährig stattfinden und die Produktionszahlen stiegen bereits im ersten Jahr auf über 12.000 Einheiten pro Monat !!!

Die teuren Zukäufe aus Holland konnten somit gestoppt werden und Überschussware wurde auch an Private verkauft. Die Amortisationsdauer der Anlage inkl. Luftfracht und Montage betrug weniger als 8 Monate....

Die Anlage ist nun seit 1990 in Betrieb !

 

Stecklingsvermehrung von Oliven

Im gleichen Jahr (1988) wurde ebenfalls aus Zypern ein System zur rascheren Bewurzelung von Olivenstecklingen gewünscht (siehe Anmerkung 3). Oliven sind sehr langsam wachsend, benötigen eine spezielle Wurzelhomonbehandlung und verzeihen bei falschen Wasserdosierungen keine Fehler.
Die Temperatur während der Bewurzelung spielt eine nicht so große Rolle wie zB bei Weichholzstecklingen, doch sollten die Werte im Glashaus +35°C nicht übersteigen.

Die ersten Ergebnisse im Athalassa Forest Department in Nikosia erbrachten überaus zufriedenstellende Ergebnisse, was sich auf der Insel  schnell herumsprach.

 

In der Folge begannen viele gewerbliche Gartenbaubetriebe aber auch „Hobbygärtner“
mit der Olivenproduktion, (14 Plantfoganlagen !) was zur Folge hatte, daß der ehemals sehr hohe Preis für eine verkaufsfertige Containerware von
€ 5,70 auf < 1 € sank und der Markt zusammenbrach, da keine Exportmöglichkeiten bestanden.

 

 

 

 

 

Zur Zeit werden vor allem "Ornamental-Pflanzen" wie etwa Hibiscus, Rose und Croton, aber auch Zierblumenhybriden in Nebelhäusern vermehrt und auf dem zypriotischen Inlandsmarkt angeboten und exportiert.

 

Anmerkung 1) Die heute übliche (vegetative) Stecklingsvermehrung von Fichten hat zwei triftige Gründe.
Zum ersten spart man gegenüber der Samenvermehrung (generativ) bis zu drei Jahre Verschulzeit, das heißt die Bäumchen können 3 Jahre früher zum Verkauf gelangen bzw zum Aufforsten im Wald herangezogen werden.
Zum zweiten sind nach den Einflüssen des „sauren Regens“ und des damit verbundenen Waldsterbens gesunde Samen schon eine Seltenheit geworden. (Samen von noch 100%-ig gesunden Bäumen werden sogar schon in klimatisierten „Samenbanken“ gelagert, um im Notfall auf ungeschädigtes Erbgut rückgreifen zu können...)

Anmerkung 2) In den 2-3 Monaten der Bewurzelungsdauer wird anfangs nur mit der Benebelung gearbeitet, wobei der Nebel sehr dicht sein sollte (Erfahrungswert. 1 Düse A-250, 4.6 l/Std bei 60 bar je 1 m²) Mit fortschreitender Callusbildung und dadurch erhöhtem Wasserbedarf wird die Benebelung vermindert und auch eine Sprinkleranlage zur Wassergabe zugezogen. Gegen Ende der Bewurzelung wird nur mehr sporadisch genebelt und fast zu 100% gesprüht. Als Substrat wird steriler Quarzkies verwendet.
Nähere Auskünfte Forstmeister Hösch oder Forstgärtner Herr Bart,
Mayr-Melnhof´sche Gutsverwaltung,
A-8130 Frohnleiten, Tel +43-3126-50 90-0

Anmerkung 3) Im landwirtschaftlichen Institut der Universität Nikosia gelang es, eine Olivenrasse zu züchten, die speziell auf die Gegebenheiten der Insel zugeschnitten ist und sich auch frucht- bzw ertragsmäßig von zB tunesischen, spanischen oder türkischen Spezies unterscheidet.
Wasser ist in Zypern während der heißen Sommermonate Mangelware und das Grundwasser weist überdies einen extrem hohen Salzgehalt auf (bis 3.500 µS/cm !)

 

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